Veröffentlicht am 03.05.2019   Universitätsklinikum Regensburg

Für die Gesundheit von morgen: Benefizkonzert für Regensburger Biobank

Zwei Domchöre für den Kampf gegen Krebs: Mit diesem Ziel vor Augen geben die Regensburger Domspatzen zusammen mit dem Mainzer Domchor am 11. Mai ein Konzert in der Dompfarrkirche Niedermünster. Mit dem Erlös soll die Zentrale Biobank Regensburg und damit die Forschungslandschaft in unserer Region vor allem zugunsten der Krebstherapie ausgebaut werden.

Warum legen Menschen ihr Geld bei einer Bank an? Das Guthaben stellt eine Absicherung für die Zukunft dar. So kann man sich auch das Kapital einer Biobank vorstellen. Hier wird ebenfalls in eine bessere Versorgung investiert, aber nicht in finanzieller Hinsicht, sondern für die Gesundheit. In Biobanken lagern Blutproben, Gewebe und anderes Körpermaterial, welche für die Erforschung von Krankheiten und die Weiterentwicklung von Therapien durch Ärzte und Wissenschaftler untersucht werden. In Regensburg wird die Zentrale Biobank von Universität und Universitätsklinikum Regensburg betrieben. Um diese weiter ausbauen und damit insbesondere die medizinische Versorgung der ostbayerischen Bevölkerung verbessern zu können, findet am Samstag, 11. Mai 2019, um 19:30 Uhr ein Benefizkonzert in der Dompfarrkirche Niedermünster statt. Die Regensburger Domspatzen geben ein Konzert zusammen mit dem Mainzer Domchor. Karten sind zum regulären Preis von 20 Euro und ermäßigt für 15 Euro (Kinder, Schüler, Studierende) an der Abendkasse erhältlich.

„Durch die Einnahmen aus dem Kartenverkauf wollen wir die digitale Infrastruktur unserer Biobank ausbauen. Dies kommt vor allem der Logistik sowie dem Datenaustausch mit anderen Biobanken eines übergreifenden Forschungsverbunds zugute, wodurch wir eine effizientere wissenschaftliche Arbeit leisten können“, erklärt Professor Dr. Christoph Brochhausen-Delius, Leiter der Zentralen Biobank Regensburg und stv. Leiter des Instituts für Pathologie der Universität Regensburg, das Ziel des Benefizkonzerts.

Zwei der besten Knabenchöre in einem Konzert

„Wir freuen uns, wenn wir durch ein gemeinsames Konzert helfen können“, sagt Domkapellmeister Roland Büchner. Der Leiter der Regensburger Domspatzen pflegt mit seinem weltberühmten Chor seit vielen Jahren gute Beziehungen zum Mainzer Pendant. Der Domchor dort besteht wie der Regensburger auch aus Knaben und wurde fast drei Jahrzehnte von einem ehemaligen Domspatzen geleitet. Seit 2012 steht Domkapellmeister Karsten Storck an der Spitze der Mainzer Sängerknaben. „Wir sind das ganze Wochenende zu Gast bei unseren Regensburger Freunden. Wenn wir mit einem Konzert Gutes tun können, dann machen wir das gerne“, sagt Domkapellmeister Storck. Singen sei gesund und fördere nachweislich das Wohlbefinden, so die beiden Domkapellmeister. Insofern liege es nah, durch ein Konzert mitzuhelfen, dass zukünftig Krankheiten noch besser bekämpft werden können. Beide Chöre gehören wohl zu den besten Knabenchören Deutschlands. Im Konzert präsentieren sie geistliche Chormusik aus verschiedenen Epochen der Musikgeschichte. Jeder Chor übernimmt einen eigenen Part im Programm. Aber selbstverständlich werden sie auch gemeinsam einige Stücke singen. Die Zuhörer dürfen sich an diesem Abend also auf einen 140 Mann starken Spitzenchor freuen.

Biobanken: Erkrankungen verstehen und gezielt behandeln

Bereits 2009 hat das Time Magazine Biobanken als eine von zehn Entwicklungen gelistet, die die Welt verändern werden . Heute gibt es alleine in Europa etwa 500 Biobanken.
Die Bioproben, die in den Banken gesammelt werden, werden in Krankenhäusern generiert. Wenn Patienten zur Diagnose oder aus Behandlungsgründen Blut- oder Gewebeproben entnommen werden, so können sie einwilligen, dass dieses Biomaterial auch für die Forschung verwendet werden darf. Die Proben werden dann entsprechend in einer Biobank eingelagert.

Die in den Biobanken gesammelten Biomaterialien helfen Forschern auf vielfältige Weise. So können die Proben zur Grundlagenforschung herangezogen werden. Anhand des genetischen Profils kann beispielsweise untersucht werden, warum bestimmte Krankheiten entstehen. Diese Erkenntnisse tragen wiederum zur Krankheitsprävention bei. Außerdem können Biomarker evaluiert werden, anhand derer bestimmte Krankheiten früher erkannt werden können, was den Therapierfolg maßgeblich positiv beeinflussen kann.

Biobanken tragen zudem entscheidend zur sogenannten personalisierten Medizin bei. Die Entschlüsselung molekularer und genetischer Informationen von Krankheiten, die durch die Vielzahl der in Biobanken vorhandenen Proben möglich ist, tragen dazu bei, dass die Behandlung passgenau auf die verschiedenen Krankheitstypen abgestimmt werden kann. Vor allem in der Krebsmedizin wurden hierbei schon große Erfolge erzielt, da eine erfolgreiche Therapie entscheidend von den genetischen Merkmalen des Tumors abhängt, welche mithilfe von Biobanken bestimmt werden können.

Die Zentrale Biobank Regensburg arbeitet aktuell im Projekt BRoTHER (Biobank Research on Telemedical Approaches for Human Biobanks in a European Region) in einem grenzüberschreitenden Verbund mit den Biobanken der Technischen Universität München, des Fakultätsklinikums Pilsen und der Masaryk Universität Brünn. Durch die Vernetzung der Biobanken haben die einzelnen Standorte Zugriff auf einen größeren Datenpool, was auch multizentrische Studien ermöglicht. Für eine optimale Zusammenarbeit im hausübergreifenden Verbund spielen vor allem digitale Lösungen eine zentrale Rolle, beispielsweise zum Austausch von Forschungsdaten. Der Erlös des Benefizkonzerts soll zum Ausbau einer solchen digitalen Infrastruktur beitragen.

Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com

UKR_Smartfreezer

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Beschreibung
Betreiber und Nutzer der Biobank vor dem Smartfreezer, in dem die Bioproben gelagert werden (v.l.n.r.): Professor Dr. Tobias Pukrop (Vorstandsvorsitzender des Comprehensive Cancer Center Ostbayern, CCCO), Prof. Dr. Christoph Brochhausen-Delius (Leiter der Zentralen Biobank Regensburg), Professor Dr. Dr. Torsten E. Reichert (Dekan der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg) und Professor Dr. Dr. André Gessner (Forschungsdekan der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg).
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© UKR / Domenica Golka

Domspatzen - Foto Jonas Wenzel

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Die Regensburger Domspatzen
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© Jonas Wenzel

Mainzer Domchor

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Der Mainzer Domchor
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© Stephan Franz Ferdinand Dinges

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Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) versorgt jährlich etwa 35.500 Patienten stationär sowie ca. 154.000 ambulant. Hierfür hält das UKR 839 Betten und 52 tagesklinische Behandlungsplätze bereit (von insgesamt 1.087 universitär betriebenen Betten der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg). In 31 human- und zahnmedizinischen Kliniken, Polikliniken, Instituten und Abteilungen beschäftigt das Universitätsklinikum Regensburg mehr als 4.900 Mitarbeiter. Ausgerichtet ist das Universitätsklinikum Regensburg auf Hochleistungsmedizin, insbesondere in den Gebieten der Transplantations- und Intensivmedizin sowie onkologischer und kardiovaskulärer Erkrankungen. Bei der durchschnittlichen Fallschwere („Case-Mix-Index“) liegt das UKR an der Spitze der deutschen Universitätsklinika. Neben der Patientenversorgung der höchsten Versorgungsstufe ist das UKR gemeinsam mit der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg für die Ausbildung von rund 2.150 Studierenden (Human- und Zahnmedizin) sowie für die medizinische Forschung verantwortlich. Gemeinsames Ziel aller Mitarbeiter sind die optimale medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten sowie ein wertschätzendes Miteinander im Team.

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