Veröffentlicht am 29.08.2019   Universitätsklinikum Regensburg

Vorsicht beim Pilze sammeln

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) verzeichnet dieses Jahr bereits frühzeitig eine hohe Anzahl an Patienten mit Pilzvergiftungen und rät daher zu erhöhter Wachsamkeit.

Das feuchte und dennoch warme Wetter der letzten Wochen hat das Wachstum von Pilzen sehr begünstigt. Deswegen ist bereits jetzt, Ende August, Hochzeit für Pilzsammler. Doch nicht jeder Pilz ist für den Verzehr geeignet. Mischen sich giftige Exemplare ins Essen, kann dies eine Pilzvergiftung nach sich ziehen. Deren Symptome sind unspezifisch. Sie reichen von Schwindel, Schweißausbruch, Bauchschmerzen und Übelkeit bis hin zu Erbrechen oder sogar einer Herz-Kreislauf-Schwäche. „Wichtig ist bei Pilzvergiftungen, dass sie als akuter Notfall einzustufen sind. Denn auch wenn die ersten Symptome mit der Zeit vielleicht wieder schwächer werden, das Gift wirkt weiter und kann zu schwerem Nieren- und Leberversagen führen. Schon beim geringsten Unwohlsein nach dem Verzehr von Pilzen sollte daher unbedingt ärztliche Hilfe gesucht oder der Giftnotruf alarmiert werden“, erläutert Professor Martina Müller-Schilling, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR.

Auf der Intensivstation der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR wird derzeit bereits eine signifikant hohe Anzahl an Patienten mit Pilzvergiftungen aus dem gesamten ostbayerischen Raum behandelt. Darunter auch ein Fall mit schwerem Leberversagen, das unter Umständen nur noch durch eine Lebertransplantation therapierbar ist. „Insgesamt verzeichnen wir eine stetige Zunahme von Pilzvergiftungen über die letzten Jahre“, kommentiert Dr. Stephan Schmid, Ärztlicher Leiter der Intensivstation 92, die Entwicklung seiner Patienten. Als Gründe dafür können neben mangelnder Kenntnis vor allem die steigende Verwendung von Apps zur Pilzbestimmung und eine Zunahme von Tourismus und Migration ausgemacht werden. „Viele unserer Patienten haben ihre gesammelten Pilze durch eine App bestimmt, konnten dadurch aber dennoch nicht alle giftigen Sorten identifizieren“, so Dr. Schmid weiter. Außerdem sind viele essbare Pilze im Mittleren und Fernen Osten unseren heimischen Giftpilzen sehr ähnlich, wodurch auch Touristen und Migranten überdurchschnittlich häufig von Pilzvergiftungen betroffen sind.

Treten Zeichen einer Pilzvergiftung auf, so ist sofortiges Handeln erforderlich. „Durch ein schnelles Erkennen und notfall- sowie intensivmedizinisches Handeln können bleibende Schäden vermieden werden“, führt Nils Happ, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR, aus. Besonders häufig und schwerwiegend sind Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz, der dem essbaren Wiesenchampignon gleicht. Bereits der Verzehr eines einzigen Pilzes kann zum Tod durch Leberversagen führen. „Uns ist es daher ein großes Anliegen, für das Thema zu sensibilisieren und durch ein besonnenes Vorgehen möglichst viele Patienten vor einer Pilzvergiftung zu bewahren“, betont Professor Müller-Schilling.

Da sich Pilzvergiftungen in Ostbayern aktuell häufen und so ein akutes medizinisches Thema darstellen, wird dies auch Teil einer ärztlichen intensivmedizinischen Fortbildung sein, die unter dem Titel „Intensiv(e) Gastroenterologie“ am 4. September 2019 am UKR stattfindet.

Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com

Mushrooms_ValeriaBoltneva_Pexels

Dateiname
Mushrooms_ValeriaBoltneva_Pexels.jpg
Größe
1569.81 KB
Beschreibung
Aktuell ist Hochsaison für Pilzsammler, dabei häufen sich auch die Pilzvergiftungen.
Copyright
© Pexels / Valeria Boltneva

UKR_Pilzvergiftungen

Dateiname
UKR_Pilzvergiftungen.pdf
Größe
322.98 KB
Beschreibung
Copyright

Weiterführende Links

Spitze in der Medizin. Menschlich in der Begegnung.

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) versorgt jährlich etwa 35.500 Patienten stationär sowie ca. 154.000 ambulant. Hierfür hält das UKR 839 Betten und 52 tagesklinische Behandlungsplätze bereit (von insgesamt 1.087 universitär betriebenen Betten der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg). In 29 human- und zahnmedizinischen Kliniken, Polikliniken, Instituten und Abteilungen beschäftigt das Universitätsklinikum Regensburg mehr als 4.900 Mitarbeiter. Ausgerichtet ist das Universitätsklinikum Regensburg auf Hochleistungsmedizin, insbesondere in den Gebieten der Transplantations- und Intensivmedizin sowie onkologischer und kardiovaskulärer Erkrankungen. Bei der durchschnittlichen Fallschwere („Case-Mix-Index“) liegt das UKR an der Spitze der deutschen Universitätsklinika. Neben der Patientenversorgung der höchsten Versorgungsstufe ist das UKR gemeinsam mit der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg für die Ausbildung von rund 2.150 Studierenden (Human- und Zahnmedizin) sowie für die medizinische Forschung verantwortlich. Gemeinsames Ziel aller Mitarbeiter sind die optimale medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten sowie ein wertschätzendes Miteinander im Team.

Weitere Meldungen

Humboldt-Forschungsstipendium in Regensburg

Alexander von Humboldt, geboren vor über 250 Jahren am 14. September 1769, war ein großer deutscher Forschungsreisender mit einem Betätigungsfeld, das weit über Europa hinausreichte. In seinem über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahrzehnten entstandenen Gesamtwerk trug er wesentlich zum Wissens- und Reflexionsstand des Wissens von der Welt bei und wurde zum Mitbegründer der Geographie als empirischer Wissenschaft. Selbst ein Förderer der Wissenschaft zu Lebzeiten, werden auch heute immer noch in seinem Namen Wissenschaftler von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Der Wettbewerb um eine solche Unterstützung ist hart. Nach Angaben der Humboldt-Stiftung werden nur etwa 20 – 25 Prozent aller Anträge befürwortet. Es spielt dabei keine Rolle, in welchem Forschungsgebiet oder Land ...

Hier kommt die Maus: Besonderer Besuch für KUNO-Patienten

Große Freude bei den Kleinsten: Am 14. Dezember besuchten die berühmte Maus der „Sendung mit der Maus“ und der Playmobil-Pirat die Patienten der Kinderstationen des Universitätsklinikums Regensburg (UKR). Seit knapp 50 Jahren begeistert die orangene Maus Jung und Alt mit ihren Lach- und Sachgeschichten sowie den lustigen Geschichten mit dem kleinen Elefanten und der Ente. Die Patienten der Kinder-Universitätsklinik Ostbayern (KUNO) durften sie nun persönlich kennenlernen und gemeinsam mit ihr spielen und singen. Seinen Anker warf an diesem Tag auch der bekannte Playmobil-Pirat, der die Kinder ebenfalls besuchte. Möglich machte dieses besondere Erlebnis die Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern (KreBeKi). Zu ihrem 15-jährigen Bestehen feierte sie ihr ehrenamtliches Eng...

Für die oben stehende Pressemitteilung sowie möglicher Mediadateien ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo rechts) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton und Informationsmaterialien. Die Convento GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die Convento GmbH gestattet.