Veröffentlicht am 23.03.2020   QWERText

Vom Leuchtgasspeicher zum Leuchtturm-Projekt

In der Gasometer-City in Wien wurde bei einer Revision der Brandrauchabsauganlage festgestellt, dass diese undicht ist. Um die Leckagen schnell zu beheben, kam MEZ-AEROSEAL zum Einsatz: ein Verfahren, das Leitungen von innen heraus abdichtet.

Ehemalige Gasbehälter in Wien, die Simmeringer Gasometer, dienen seit 2001 als Veranstaltungs-, Wohn- und Geschäftsgebäude und beherbergen zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Bei einer standardmäßigen Kontrolle der Brandrauchabsauganlage wurde festgestellt, dass diese Leckagen aufweist und somit im Brandfall keine ausreichende Zufuhr frischer sowie eine Abfuhr giftiger Luft gewährleistet ist. Um den für das Areal notwendigen Luftwechsel sicherzustellen, wurden die fast 20 Jahre alten Bestandsleitungen aus verzinkten Lüftungskanälen und Promatschächten mit MEZ-AEROSEAL abgedichtet: innerhalb nur eines Tages, ohne Eingriff in die Bausubstanz und ohne jegliche Beeinträchtigung der Bewohner und Besucher.

Bereits seit über 100 Jahren gehören die 1896 bis 1899 erbauten Gasometer mit rund 60 Meter Durchmesser und 70 Meter Höhe zum Wahrzeichen des elften Gemeindebezirks Simmering. Sie dienten lange Jahre zur Speicherung des aus der Kohlevergasung stammenden Stadtgases, welches ab 1899 zunächst für die Straßenbeleuchtung öffentlicher Straßen, ab 1910 auch zum Kochen und Heizen in privaten Haushalten benutzt wurde. Nach der Umstellung von Stadtgas auf Erdgas wurden die 1981 unter Denkmalschutz gestellten Gasometer 1984 stillgelegt. Wenig später engagierte sich die Gemeinde Wien als Eigentümerin der Gasometer für deren Umnutzung und Revitalisierung und so erfolgte zwischen 1999 und 2001 deren Umbau. Die Kosten lagen bei rund 174 Millionen Euro, erhalten blieben nur die Ziegelaußenmauern und die Dachstühle. Das Ergebnis ist eine eigenständige Stadt in der Stadt, die zuerst als „G-town“, dann als „Gasometer City“ oder „Music City“ benannt wurde, auf einer Fläche von rund 220.000 m² eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Entertainment und Einkaufen bietet, und von Weitem durch die vier Gasometer A, B, C und D erkennbar ist.

Vier Türme, vier Architekten, eine Stadt in der Stadt
Gasometer A beinhaltet neun einzelne Gebäude, die sich ringförmig an die Hüllmauer anschmiegen. Aufgeteilt in Zweierblöcke befinden sich darin auf acht Etagen rund 120 Wohnungen, darunter sind drei Büroetagen, drei Geschäftsetagen, ein Einkaufszentrum sowie eine Tiefgarage untergebracht. Zwischen den neun Einzelgebäuden befinden sich Spalte, die den ursprünglichen Charme der Gasometerfassade mit den hohen Fenstern offenbaren und zugleich für Sonnenlicht sorgen. Gasometer B wurde als 18-stöckiges Wohngebäude mit 254 Wohnungen, einer 1.400 m² großen Veranstaltungshalle für 4.200 Besucher und einem Studentenwohnheim für 247 Bewohner geplant. Kreisförmig angeordnet, liegen die Gebäude an der Außenwand des Gasometers an und lassen in der Mitte einen lichtdurchfluteten Kreis von etwa 20 Meter Durchmesser frei. Auf Einfachheit und zugleich maximalen Wohnkomfort wurde der Gasometer C ausgelegt. Beginnend auf einer Höhe von 32 Metern, sind verteilt auf sechs Stockwerke 92 Wohnungen untergebracht, die für eine stärkere Besonnung der unteren Geschosse nach oben hin abgestuft sind. Unter den Wohnungen befinden sich ein Einkaufszentrum, drei Büro- und Geschäftsetagen sowie eine Parkgarage. Ein ebenfalls nach unten abgestufter Innenhof ist von einer großen Glaskuppel überdacht, die Sonnenlicht einlässt und durch bepflanzte Terrassen und Laubengänge den Eindruck einer grünen Oase erweckt. Ohne zentralen Innenhof wurde Gasometer D geplant. Stattessen steht im Zentrum dieses Gasometers ein Wohnturm, der die Grundform eines Kreises mit drei rechteckigen Armen aufweist und über 119 Wohnungen mit kleinem Garten oder einer Loggia sowie drei Büroetagen verfügt.

Mit Bergsteigern gegen undichte Luftleitungen
Um sowohl die Wohn-, Arbeits-, Veranstaltungs- und Entertainmentbereiche im Gasometer-Areal zuverlässig mit frischer Luft zu versorgen und je nach Nutzung einen ausreichenden Luftwechsel garantieren zu können, werden große Lüftungsanlagen eingesetzt. Mit Hilfe von leistungsstarken Ventilatoren wird die „Music City“ über weitverzweigte Lüftungskanäle mit Frischluft versorgt. Absauganlagen sorgen im gleichen System für eine zuverlässige Abfuhr schlechter Luft – und im Brandfall auch giftiger Abgase. Im Jahr 2019 wurde bei der regelmäßig alle zwei Jahre durchzuführenden Revision der Brandrauchabsauganlage im Gasometer C festgestellt, dass der erforderliche Luftmengenwert deutlich unterschritten wird. Schnell stand fest, dass in den verzinkten Lüftungskanälen ein oder mehrere Leckagen entstanden sein müssen. Um diese zu finden und damit beseitigen zu können, hat der Betreiber der Gasometer, die Firma Gesiba, die zugänglichen Schächte von speziell geschulten Bergsteigern Meter für Meter von außen mittels Sichtkontrolle inspizieren lassen. Eine Untersuchung der restlichen Luftkanäle war aufgrund der Unzugänglichkeit nicht möglich. Trotz des großen Aufwands konnten die Bergsteiger die Leckagen weder finden, noch beseitigen und so war eine alternative Lösung gefragt.

7.200 m³ Luft pro Stunde bezahlen, aber nicht nutzen können
Eine Lösung hatte die Aeroseal Austria GmbH, die die Undichtigkeiten hauptsächlich im vertikalen Hauptstrang vermutete. Um die genauen Verlustmengen zu identifizieren, wurden die zwei auf dem Dach des Gasometers aufgestellten Brandgasventilatoren mittels Blechplatten vom Lüftungsstrang abgetrennt und im unteren Steigschacht eine Trennplatte zwischen Hauptstrang und selbstluftführenden Promatschächten eingebaut. Eine anschließende Dichtigkeitsmessung zeigte bei einem Druck von 500 Pa eine Leckagemenge von 104,4, l/s – und das nur im Hauptstrang. Um die Leckage des dazugehörigen Gesamtstrangs grob einschätzen zu können, wurde eine weitere Messung durchgeführt. Bei dieser wurde auf die Trennplatten im Schacht verzichtet und die Brandrauchsteuerklappen wurden lediglich elektrisch verschlossen. Das Ergebnis war eine Leckagemenge von etwa 2.000 l/s, sprich ein verlorener Luftvolumenstrom von rund 7.200 m³/h. Um diese unnötigen Verluste zu beseitigen, war unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Großteil der Schächte nicht zugänglich sein würde, ein Abdichtungsverfahren nötig, dass Leckagen abdichtet, ohne dass diese erst aufwändig gesucht und gefunden werden müssen.

Kleinste Teilchen mit großer Wirkung
Da die Ein- und Auslässe des Hauptstrangs von der Dichtigkeitsmessung bereits verschlossen und die Brandrauchsteuerklappen geöffnet waren, setzte die Aeroseal Austria GmbH auf das in den 90er Jahren entwickelte und patentierte Aeroseal-Verfahren, das Luftleitungen zuverlässig von innen heraus abdichtet. Neben dem Abschließen der Ein- und Auslässe, das aufgrund der vorhergehenden Dichtheitsmessung bereits erledigt war, musste nur noch ein Abdichtungsgerät mit einem Folienschlauch DN 500 (mm) an der Luftleitung angeschlossen werden. Anschließend wurde in diesem mit Hilfe von Druck und Wärme ein Dichtstoff in mikroskopisch kleine Teilchen zerstäubt und zusammen mit dem Luftstrom in den knapp 490 m² umfassenden Lüftungsstrang eingebracht. Da an den Undichtigkeiten lokal der Druck abfällt, wird die mit Dichtstoff beladene Luft in Richtung der Ritzen, Spalten und Löcher abgelenkt und durchströmt diese von innen nach außen. Dabei lagert sich der Dichtstoff an den Rändern ab und verschließt auf diese Weise Undichtigkeiten bis zu einem Durchmesser von 15 mm dauerhaft. Und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Denn in nur einem Arbeitsabschnitt konnte die Leckagerate im Hauptstrang von 104,4 l/s auf 16,5 l/s reduziert werden. In einem zweiten Schritt ist eine Abdichtung des unteren Kanalstrangs geplant, um für das gesamte System die erforderliche Dichtheit zu erreichen.

Sechs Stunden statt sechs Monate
Da sich der Dichtstoff auf der intakten Oberfläche nur in den ersten zwei Metern im Folienschlauch und in unmittelbarer Umgebung des Einlasses ablagerte und diese nach der Demontage des Abdichtungsgeräts leicht zu reinigen waren, konnte die Abdichtung innerhalb von nur sechs Stunden erledigt werden. Weiterer großer Vorteil: Während des gesamten Abdichtungsprozesses konnten die Bewohner und Besucher von Gasometer C das gesamte Areal wie gewohnt nutzen und ein Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz war nicht nötig. Die nach Herstellerangaben rund 30 Jahre andauernde verbesserte Dichtheit, bringt Sicherheit, senkt Kosten, erhöht die Effizienz und passt damit perfekt zum „grünen“ Charakter von Gasometer C.

Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com

Gasometer C

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Gasometer C.jpg
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MEZ-AEROSEAL Abdichtungsgerät

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Tina Weinberger
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