Veröffentlicht am 29.05.2020   Redaktionsbüro Ecken

Bequem mit dem Elektroauto im Hotel übernachten

Im IKT EM-Projekt "DiTour-EE" des BMWi erprobt ein Konsortium den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen im Hotel- und Gaststättengewerbe

Bequem mit dem Elektroauto im Hotel übernachten 

So angenehm könnte schon bald der Besuch in einem Hotel aussehen – sofern der Gast mit einem Elektroauto anreist: Auf seinem Zimmer liegt für den Gast ein Tablet bereit, mit dem er Fahrten und Ausflüge in die Umgebung planen kann. Hier findet er Zugang zur hoteleigenen Ladesäule und kann dort beispielsweise bestimmen, bis wann sein Elektroauto aufgeladen sein soll. Dauergäste entdecken auf dem Tablet Ausflugsziele und -routen, die entweder zu Fuß, mit dem Pedelec, dem öffentlichen Nahverkehr oder dem eigenen Elektroauto erreichbar sind. Beim Projekt „DiTour-EE“, das im Rahmen des BMWi-Technologieprogramms „IKT für Elektromobilität“ 2018 gestartet und bislang europaweit einzigartig ist, testen derzeit 12 thüringische Hotels unterschiedlicher Kategorien, wie sich die Elektromobilität wirtschaftlich in die Hotel- und Tourismusbranche einbinden lässt. Jedes der Hotels hat zwei bis drei Ladesäulen installiert und testet die Anwendungen in jeweils fünf Hotelzimmern. Erste Ergebnisse bei DiTour-EE zeigen, dass die Installation von drei hoteleigenen Ladesäulen samt zugehöriger Software mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag realisierbar ist, ohne erwartbare Folgekosten. 

Das Hotel- und Gaststättengewerbe hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten durchaus innovationsfreundlich gezeigt, beispielsweise bei der Ausstattung von Hotelzimmern mit Telefonen, mit TV-Angeboten oder in jüngerer Zeit mit W-LAN-Services. DiTour-EE zeigt, dass sich die beiden gegenwärtigen Trends der Digitalisierung und der Elektromobilität samt neuer Mobilitätsformen der Hotelgäste zum Vorteil der Branche nutzen und sinnvoll miteinander kombinieren lassen. Vorteile entstehen für das Energiemanagement des Hotels selbst, im Service gegenüber den Mobilitätswünschen der Hotelgäste – und insgesamt in der Unterstützung des gesellschaftlichen Ziels einer leisen und lokal emissionsfreien Mobilität. „Wir sehen bei der Integration von elektromobilen Services ein starkes Interesse bei den Hotel- und Tourismusverbänden – und vor allem bei der jüngeren Generation, die nun allmählich in die Hotelleitung vorrückt“, gibt sich Projektleiter Marcel Schöttke von der Betterspace GmbH überzeugt.
   
Im Konsortium von DiTour-EE kümmert sich der Hotel-IT-Spezialist Betterspace GmbH aus Ilmenau um die Plattform und Services des Projekts, die EFR GmbH aus Wutha-Farnroda entwickelt die steuerbare Ladetechnik für die Ladesäulen und das Fraunhofer IEE aus Kassel entwickelt unter anderem Logarithmen für das Energiemanagement der Ladesäulen und des Gebäudes. Parallel begleitet das Institut die Realanwendungen im IT-Labor. Die SWE Energie GmbH aus Erfurt ist assoziierter Partner und unterstützt das Projekt mit energiewirtschaftlichem Know-how. Die Koordination des Gesamtprojektes hat die INNOMAN GmbH aus Ilmenau übernommen.
 
Außergewöhnliche Lastspitzen vermeiden - Strombedarf unter Kontrolle halten

Das Herzstück von DiTour-EE bildet eine IKT-Systemplattform, die das Energiemanagement des Hotels mit dem Lade- und Mobilitätsservice für Elektrofahrzeuge verknüpft. Außerdem berücksichtigt die Plattform simultan die Netzverträglichkeit, um außergewöhnliche Lastspitzen zu vermeiden: Eine weitere notwendige Anforderung ist die Kompatibilität der Kommunikationstechnologie mit hoteltypischen Buchungssystemen. Drei Teilservices bringen das Gesamtsystem bei DiTour-EE zum Laufen: ein Service zur (E-)Mobilität der Gäste, ein Lade- und ein Flexibilitätsservice. 

Mobilitätsservices spielen für Beherbergungsbetriebe und ihre Gäste eine wichtige Rolle, etwa bei der An- und Abreise oder beim Bereithalten von Parkplätzen für die Aufenthaltsdauer. Und auch bei der Mobilität ihrer Gäste im touristischen Umfeld nutzen die Hotelbetriebe diverse Dienstleistungen zur Kundenbindung. Der „eMobilitätsservice“ bei DiTour-EE etwa ist ein digitales Mobilitätsangebot für die Hotelgäste. 

Wichtiger Bestandteil dieses Services sind touristische Angebote im Einzugsgebiet des Hotels, aus denen der Hotelgast auswählen kann. Dazu zählen Veranstaltungen oder Ausflugsziele. Einen bequemen Überblick darüber erhält der Hotelgast mittels einer intuitiven App oder auf einem Tablet, das der Gast auf dem Hotelzimmer vorfindet. 

Ebenfalls zentral ist der „eLadeservice“ von DiTour-EE, der für eine intelligente Kommunikation zwischen Ladeinfrastruktur, Elektrofahrzeugen und hoteleigenen Energiesystemen sorgt. Diese Kommunikation verhindert, dass durch unkoordiniertes gleichzeitiges Laden mehrerer Elektroautos die Anschlussleistung des Hotels überfordert wird. Auch macht genau diese intelligente Verknüpfung eine teure Erweiterung der elektrischen Hotelanlagen entbehrlich. Nur so können Hotelbetriebe Elektrofahrzeuge aus dem eigenen Fuhrpark und Elektroautos der Gäste wirtschaftlich rentabel einbinden.

Der „eFlexibilisierungsservice“ des Projektes schließlich verbindet das Hotel netzdienlich mit dem örtlichen Energieversorger. Diese Verbindung soll zudem weitere Tarif- und Preismodelle für das Hotel und seine elektromobilen Gäste ermöglichen. 

Unvorhergesehene Herausforderungen meistern

Unvorhergesehene Herausforderungen haben die Konsortialpartner von DiTour-EE während der bisherigen Projektlaufzeit bereits gemeistert: Zum einen haben sie Lösungen für die heterogenen Elektrofahrzeuge mit ihren unterschiedlichen Ladeleistungen, Kupplungstypen und Ladekabeln gefunden. Zum anderen haben die Herausforderungen durch das Eichrecht und der Preisangabenverordnung das Konsortium in den Bereichen Geschäftsmodelle und Anreizsysteme vor zusätzliche Aufgaben gestellt, die aktuell bearbeitet werden. 

Bis zum Jahresende befindet sich DiTour-EE nun auf der Zielgeraden. Die ersten beiden Phasen des Projektes, die Entwicklung des Ladeservices am Anfang und die daran anschließende Identifizierung und Implementierung der Mobilitätsservices sind abgeschlossen. Bis zum Jahresende geht es noch um Detailarbeiten und die Tests zur Akzeptanz des Systems bei den Hotelgästen. Weitere Services wie digitale Gästemappen, Sprachsteuerung oder intelligente Raumsteuerungswerkzeuge sind künftig ebenso integrierbar wie die Einbindung hoteleigener Elektrofahrzeuge. Auch die Bereitstellung von Elektroautos für Hotelgäste durch Carsharing-Dienste ist ohne Weiteres realisierbar. So könnten Hotelgäste während ihres Aufenthaltes neue Mobilitätsformen, etwa Elektrofahrzeuge, in aller Ruhe testen und diese Erfahrung in ihren Alltag mitnehmen.   


Über das Technologieprogramm IKT für Elektromobilität
Im Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie und Mobilitätsinfrastrukturen“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) von 2016 - 2022 derzeit 21 Pilotprojekte mit ganzheitlichen Lösungskonzepten und beispielhaften Systemlösungen, die Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle integrativ berücksichtigen. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) basierende Innovationen bei Fahrzeugtechnik, wirtschaftlichen Flotten- und Logistikkonzepten, Lade-, Kommunikations- und Plattformtechnologien sowie die Einbindung von Elektrofahrzeugen in intelligente Energie- und Verkehrsnetze.

 

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Über das Technologieprogramm "IKT für Elektromobilität"

Im Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie und Mobilitätsinfrastrukturen“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) von 2016 - 2022 derzeit 21 Pilotprojekte mit ganzheitlichen Lösungskonzepten und beispielhaften Systemlösungen, die Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle integrativ berücksichtigen. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) basierende Innovationen bei Fahrzeugtechnik, wirtschaftlichen Flotten- und Logistikkonzepten, Lade-, Kommunikations- und Plattformtechnologien sowie die Einbindung von Elektrofahrzeugen in intelligente Energie- und Verkehrsnetze.

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