Veröffentlicht am 22.11.2019   Universitätsklinikum Regensburg

Renommierter Deutscher Millerpreis für Regensburger Kieferorthopäden Priv.-Doz. Dr. Dr. Christian Kirschneck

Der Millerpreis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der deutschen Zahnheilkunde, ging in diesem Jahr an Herrn Priv.-Doz. Dr. Dr. Christian Kirschneck vom Universitätsklinikum Regensburg, leitender Oberarzt der Poliklinik für Kieferorthopädie. Er ist der erste Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in der Geschichte des Preises, dem diese besondere Ehre und Auszeichnung zuteilwurde. Der mit 10.000 Euro dotierte und seit 1908 durch die DGZMK (www.dgzmk.de) verliehene Millerpreis wurde am 09.11.2019 im Rahmen des alljährlichen Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt am Main feierlich durch den Präsidenten der DGZMK verliehen und geht auf einen der Begründer der wissenschaftlichen Zahnheilkunde in Deutschland, Willoughby Dayton Miller (1853-1907), zurück, der als Professor für operative Zahnheilkunde an der Berliner Charité und Schüler des Nobelpreisträgers Robert Kochs v.a. für seine wegweisende Erkenntnisse in der Kariesätiologie bekannt wurde.

Nach den Statuten der DGZMK sind für die Vergabe des Preises allein Leistung und Bedeutung der Preisarbeit für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde entscheidend. Der Qualitätsanspruch an die zu würdigenden wissenschaftlichen Arbeiten ist dabei sehr hoch. Daher gab es in der Vergangenheit auch Jahre, in denen die Preisverleihung ausgesetzt wurde, da keine entsprechenden außergewöhnlichen Arbeiten zur Auswahl vorlagen.

In der mit dem Millerpreis ausgezeichneten Habilitationsarbeit im interdisziplinären Querschnittsbereich zwischen Kieferorthopädie, Parodontologie und Pharmakologie mit dem Thema „Pharmakologische Beeinflussung der orthodontischen Zahnbewegung unter Berücksichtigung parodontal-inflammatorischer Prozesse“ konnte Herr Priv.-Doz. Dr. Dr. Kirschneck experimentell zeigen, dass Pharmaka, welche in anderen Disziplinen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie in der Allgemeinmedizin bereits erfolgreich therapeutisch genutzt werden, auch bei der kieferorthopädischen Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen wirksam zum Wohle des Patienten eingesetzt werden können. Basierend auf diesen Erkenntnissen konnte Herr Priv.-Doz. Kirschneck zudem nachweisen, dass die kieferorthopädische Zahnbewegung und eine bakteriell induzierte Parodontitis zahlreiche Parallelen auf zellulär-molekularer Ebene zeigen, da sich beide Prozesse gegenseitig verstärken.

Dies eröffnet neue Möglichkeiten nicht nur für die interdisziplinäre Therapie von Patienten mit Zahnfehlstellungen und/oder Parodontitis, sondern auch für die gezielte Beeinflussung der jeweils zugrundeliegenden Entzündungsprozesse. „Die weitere Erforschung der zellulär-molekularen Mechanismen, welche der kieferorthopädischen Zahnbewegung und einer Parodontitis zugrunde liegen, können in Zukunft der Schlüssel zu einer wirksamen Verbesserung derzeitiger kieferorthopädischer Therapiestrategien sein“, so Kirschneck, der die orthodontische Zahnbewegung derzeit auch in zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Projekten auf molekularer Ebene weiter untersucht.

Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com

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