Veröffentlicht am 21.04.2022   Gerle Financial Communications Ltd

Matthews Asia: Drei Gründe, warum sich China nicht von der Weltbühne verabschieden wird

„China ist nicht daran interessiert, sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen“, sagt Robert Horrocks. Der Chief Investment Officer (CIO) des Asien-Spezialisten Matthews Asia Horrocks führt dafür drei Gründe an.

Russlands völkerrechtswidriger Angriff auf die Ukraine hat auch die Beziehungen Chinas zum Westen und zu einigen anderen Ländern beschädigt. „Weniger klar ist: Welche Auswirkungen wird das auf die chinesische Handels- und Wirtschaftspolitik sowie auf die Wechselwirkungen mit den asiatischen Märkten haben?“, fragt Robert Horrocks. Der Chief Investment Officer (CIO) des Asien-Spezialisten Matthews Asia argumentiert in seinem jüngsten Marktkommentar, dass China gute Beziehungen zu seinen Nachbarn und zum Westen aufrechterhalten will. Dies gelte selbst für den Fall einer neuen Weltordnung mit zwei politisch-wirtschaftlichen Einflusssphären – einer rund um die Vereinigten Staaten von Amerika und einer mit China im Zentrum.

„China ist nicht daran interessiert, sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen“, ist Horrocks überzeugt und führt dafür drei Gründe an. Diese basieren alle auf Trends, welche es schon vor der Invasion Russlands gab und die sich seitdem nur verstärkt haben: Chinas Bestreben nach Selbstversorgung, der Wandel seiner Wirtschaft und der anhaltende Aufstieg der asiatischen Binnenmärkte.

China strebt seit langem nach Autarkie, sei es bei Lebensmitteln, Finanzen oder Technologie – aber die Volksrepublik ist noch nicht so weit. Weil China relativ wenig Ackerland hat, ist es auf Lebensmittelimporte angewiesen, ob aus den USA, Russland, Südostasien oder Afrika. Auch im Technologiebereich ist Autarkie schwer zu erreichen, da China bei Halbleitern fast vollständig von der Außenwelt abhängig ist. „Sogar die Ausrüstung, die Chinas Halbleiterlieferanten zur Herstellung von Chips kaufen, wird überwiegend in den USA und der EU produziert“, verdeutlicht der CIO. Im Finanzsektor versuche China zwar eifrig, eigene Zahlungssysteme auf Basis des Renminbis einzurichten und seinen Finanzmarkt zu internationalisieren. „Aber das sind noch erste Schritte“, sagt Horrocks.

Die Veränderungen in Chinas Wirtschaft – weg von einem auf Export und Industrie basierenden System, hin zu mehr Binnenkonsum und Dienstleistungen – bedeuten auch: China wird weiter auf die Zusammenarbeit mit anderen Ländern angewiesen sein, um den wirtschaftlichen Fortschritt aufrechtzuerhalten. Das zeige sich am alternden und schrumpfenden Pool seiner Arbeitskräfte, erklärt Horrocks: „China wird deshalb weiter einen Teil seiner industriellen Basis außerhalb seiner Grenzen verlagern. Südostasien ist ein Hauptnutznießer, aber auch Lateinamerika und vielleicht Osteuropa.“ So könne China auf jüngere und billigere Arbeitskräfte im Ausland zurückgreifen. Die eigene Bevölkerung werde sich stärker auf höherwertige Arbeitsplätze in Fertigung und im Dienstleistungssektor konzentrieren.

Selbst wenn sich die Welt tatsächlich in zwei Einflusssphären teilen sollte – eine um die USA und eine um China: Zumindest innerhalb der chinesischen Sphäre werde es weiterhin einen Prozess der Globalisierung geben, betont der Experte von Matthews Asia: „Dieser Prozess muss für die südostasiatischen Länder positiv sein. Denn sie sind in der Lage, ihre Produktionsbasis und ihre Infrastruktur auszubauen sowie ein schnelles Lohnwachstum aufrechtzuerhalten, um den Konsum zu unterstützen.“ Chinas Regierung werde Technologieausgaben bevorzugen. Und sie werde in Bereichen mit den höchsten Innovations-, Forschungs- und Entwicklungskosten, etwa bei der Gesundheitsversorgung, weniger stark regulieren.

Wenn Chinas seinem, sich selbst auferlegten Mandat des allgemeinen Wohlstands („Common Prosperity“) – also: das Wohlstandsgefälle verringern und die Mittelschicht stärken – nachkommen will, wird es mit seinen Nachbarn und den Kapitalmärkten zusammenarbeiten müssen, um diese Ziele zu erreichen. „Chinas langfristige Pläne sind aber noch viele Jahre von ihrer Verwirklichung entfernt“, resümiert Horrocks. „Darum sollte es für China einen Anreiz geben, eine konstruktivere Rolle im Ukraine-Russland-Konflikt zu spielen.“

Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com

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Über Matthews Asia

Matthews Asia ist einer der größten spezialisierten Anbieter für asiatische Investments in den USA mit einem verwalteten Vermögen von 18,3 Mrd. US-Dollar (Stand 30. Mai 2022). Seit Gründung vor mehr als 30 Jahren (1991) hat sich das Unternehmen auf Anlagen in Asien spezialisiert. Matthews Asia verfolgt einen fundamental getriebenen Bottom-up-Investmentstil, der auf langfristige Performance zielt. Außerhalb der USA bietet Matthews Asia zwölf SICAV-Fonds an. Weitere Informationen sowie ausführliche Research-Berichte zu den Märkten Asiens lesen Sie auf der internationalen Website von Matthews Asia: global.matthewsasia.com.

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