Veröffentlicht am 31.08.2016   Initiative proDente e.V.   DE

Inspektion: Wie untersucht der Zahnarzt?

„Guten Tag Herr Berger“, begrüßt Zahnarzt Dr. Schmitz seinen Patienten. „Was kann ich für Sie tun?“ Herr Berger ist für die halbjährliche Kontrolluntersuchung zu seinem Zahnarzt gekommen. Außerdem ist ihm aufgefallen, dass sein Zahnfleisch nach dem Zähneputzen immer mal wieder blutet.

Bereits beim vorhergehenden Besuch in der Zahnarztpraxis hatte Herr Berger einen umfassenden Patientenfragebogen sorgfältig ausgefüllt. Hier hat er angegeben, dass er weder eine Allgemeinerkrankung hat, noch Medikamente regelmäßig einnehmen muss und auch keine Allergie bekannt ist. Auf Nachfrage seines Zahnarztes versichert Herr Berger, dass sich hieran zwischenzeitlich nichts geändert hat.

Jeden Zahn im Blick

Nun schaut sich Dr. Schmitz mit einem Mundspiegel die Mundhöhle an. Zunächst untersucht er gründlich die gesamte Mundschleimhaut und die Zunge, um Mundschleimhautveränderungen oder Erkrankungen früh zu erkennen. Auch die Rachenschleimhaut sieht er sich genau an. Danach wird das gesamte Gebiss untersucht. Dabei folgt er einem Zahnschema mit zweistelligen Nummern. So kann er Schäden, Veränderungen und Füllungen oder Kronen für jeden einzelnen Zahn eindeutig dokumentieren. Ggf. kommt auch die Sonde zur Kontrolle der Zähne, Kronen oder Füllungen zum Einsatz. Eine neue Karieserkrankung kann der Zahnarzt bei Herrn Berger nicht entdecken. Einige der vorhandenen Füllungen sind schon sehr alt, sehen aber noch intakt aus. Um sicher zu gehen, dass sich über die Jahre unter oder am Rand der Füllungen oder Kronen keine neue Karies gebildet hat, rät Dr. Schmitz, spezielle Röntgenaufnahmen zu machen. Auch Hinweise auf Knirschen oder Pressen mit den Zähnen kann der Zahnarzt erkennen.
Abschließend kontrolliert Dr. Schmitz auch die Mundbewegungen. Dabei wird genau geschaut, wie sich die Mundöffnung und der Mundschluss gestalten. Geht der Mund weit genug auf oder gibt es Geräusche in den Kiefergelenken – darauf achtet der Zahnarzt. Vor allen Dingen darf der Patient dabei keine Schmerzen verspüren.

Zahnfleischentzündungen vorbeugen

Insgesamt hat Herr Berger eine gute Mundhygiene. Bakterielle Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein sind kaum vorhanden. Das Zahnfleisch ist an einigen Stellen jedoch leicht gerötet und geschwollen. Besonders an der Innenseite der hinteren Backenzähne. Mit einer sogenannten Parodontalsonde misst Dr. Schmitz die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Diese Untersuchung übernimmt die Krankenkasse alle zwei Jahre. Die Taschen sind in diesem Bereich leicht vertieft. Dr. Schmitz empfiehlt Herrn Berger, dem entzündeten Bereich bei der Mundhygiene besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Zweimal tägliches Zähneputzen mit Bürste und tägliches Reinigen mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste lassen die Entzündung abklingen. So kann einer möglichen Parodontitis vorgebeugt werden. Bei weiter bestehenden Entzündungen kann eine professionelle Zahnreinigung (PZR) hier Abhilfe schaffen.

Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com

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