Zahnschmerzen verlaufen in der Regel harmlos. Schreitet eine Infektion im Mund jedoch unbehandelt voran, kann eine lebensbedrohliche Sepsis entstehen. Plötzlich schlägt der ganze Körper Alarm. Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September rückt die schwere Erkrankung ins Bewusstsein. Wie dramatisch der Verlauf einer Zahninfektion sein kann, zeigt der Fall des früheren NFL-Profis Mike Williams. Der Spieler der Tampa Bay Buccaneers starb 2023 im Alter von nur 36 Jahren an einer bakteriellen Sepsis. Auslöser war ein entzündeter Zahn. Der Fall zeigt: Was als Zahninfektion beginnt, kann sich unter ungünstigen Umständen zu einer gefährlichen Erkrankung entwickeln. „Sepsis ist ein echter Killer. Jedes Jahr sterben laut Sepsis Stiftung schätzungsweise 140.000 Menschen daran, die Dunkelziffer liegt mehr ...
Auch leichte Parodontitis behandeln lassen
Erste Anzeichen einer Parodontitis wie Zahnfleischbluten oder Mundgeruch sollten Betroffene ernst nehmen. Zwar ist die Entzündung über lange Zeit schmerzfrei, sie schreitet dennoch meist unbemerkt immer weiter fort, warnt die Initiative proDente anlässlich des Europäischen Tags der Parodontologie am 12. Mai. Unbehandelt kann eine Parodontitis langfristig zu Zahnverlust führen und allgemeine Erkrankungen im Körper begünstigen.
Das Zahnfleisch ist etwas gerötet und leicht angeschwollen. Hin und wieder blutet es. Dies können die ersten und einzigen Anzeichen einer beginnenden Parodontitis, einer Entzündung des Zahnhalteapparats, sein. Betroffene nehmen diese Symptome häufig nicht wahr oder ordnen sie nicht richtig ein. „Eine Parodontitis entwickelt sich über Jahre. Sie beginnt mit einer Entzündung des Zahnfleischs und verursacht am Anfang keine Schmerzen. Daher bleibt sie häufig von den Betroffenen unbemerkt“, erklärt Prof. Dr. James Deschner, Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universität Mainz. „Erste wahrnehmbare Symptome wie Zahnfleischbluten, Zahnfleischschwellungen und häufig auch Mundgeruch weisen zunächst auf die Zahnfleischentzündung hin. Unbehandelt kann es im weiteren Verlauf jedoch zu einer Parodontitis mit einer Lockerung der Zähne kommen.“ Es gilt daher, eine Parodontitis möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Das persönliche Risiko für eine Parodontitis verrät der Selbsttest der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO): https://selbsttest.dgparo.de/
Bakterien verursachen Zahnfleischentzündung
Verantwortlich für eine Parodontitis sind Bakterien, die auf den Oberflächen der Zähne, am Rand des Zahnfleischs und in den Zahnzwischenräumen als Beläge anhaften. Werden die bakteriellen Beläge nicht durch die tägliche Reinigung der Zähne entfernt, nimmt die Menge der Bakterien auf den Zähnen zu. Der orale bakterielle Biofilm verschiebt sich zugunsten von krankmachenden Bakterien. Aus zunächst weichem Zahnbelag entsteht durch die Einlagerung von Mineralien harter Zahnstein. Dieser fördert das weitere Wachstum der Plaque. Das Immunsystem des Körpers reagiert mit einer Entzündung. Zahnärztinnen und Zahnärzte sprechen von einer sogenannten Gingivitis, also einer Zahnfleischentzündung.
Über längere Zeit kann eine Parodontitis entstehen
Besteht die Zahnfleischentzündung längere Zeit, kann sie in eine Parodontitis mit der Ausbildung von Zahnfleischtaschen übergehen. Denn ohne Behandlung der Entzündung löst sich das Zahnfleisch von der Zahnoberfläche und es bildet sich ein Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahn, eine sogenannte Zahnfleischtasche entsteht. Die zunächst oberflächliche Entzündung dringt in die Tiefe und führt zum Abbau von Geweben, die den Zahn halten. Das betrifft das Zahnfleisch, die Zahnhaltefasern und den um die Zähne befindlichen Knochen. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt kann die Tasche bei einer Kontrolluntersuchung mit dem Parodontalen Screening Index (PSI) feststellen. Nicht selten kommt es auch zu Mundgeruch. Denn in den Zahnfleischtaschen sammeln sich Bakterien.
Unbehandelt droht Zahnverlust
Unbehandelt führt die Parodontitis zu einem immer stärkeren Abbau des Kieferknochens. Dem Zahn fehlt zunehmend der Halt. Er lockert sich immer mehr und kann schließlich ausfallen oder muss entfernt werden. Die entzündeten Zahnfleischtaschen sind in fortgeschrittenem Stadium zudem ein Reservoir für krankmachende Bakterien und können Schmerzen oder Abszesse auslösen. Aus den Zahnfleischtaschen heraus können die Erreger auch weiter in die Blutbahn des Körpers gelangen und das Risiko für andere Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rheuma erhöhen. Mehr Informationen zur Parodontitis auch unter: https://paro-check.de/ der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).
Zahnfleischentzündung vorbeugen
Aber was hilft bei einer Zahnfleischentzündung? Kann eine Zahnfleischentzündung von alleine heilen? Grundsätzlich gilt: Je weniger Zahnbelag anhaftet, desto niedriger ist das Risiko für eine Zahnfleischentzündung bzw. für eine gegebenenfalls daraus entstehende Parodontitis. Daher am besten effektiv vorbeugen:
Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com
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