Wirth Gruppe und Stadt Philippsburg stellen Pläne für Hyperscale-Rechenzentrums-Campus mit direktem 380-kV-Anschluss vor
Bauleitplanverfahren für Sondergebiet „DEC Daten.Energie.City“ wird angestoßen — Abwärme soll künftig Philippsburger Haushalte versorgen, perspektivisch auch weitere Kommunen am Oberrhein.
Philippsburg / Waghäusel, 16. Juni 2026. In der heutigen öffentlichen Sitzung des Philippsburger Gemeinderats hat die Wirth Gruppe gemeinsam mit der Stadt Philippsburg erstmals die Pläne für das Vorhaben engrida öffentlich vorgestellt. Auf den Arealen Campus Nord und Campus Süd im Industriepark Philippsburg-Huttenheim - dem Gelände des ehemaligen Goodyear-Werks - soll ein Rechenzentrums-Campus der Hyperscale-Klasse entstehen. Der Netzanschluss auf der bestehenden 380-kV-Höchstspannungsebene am ehemaligen Standort des Kernkraftwerks Philippsburg ist durch einen mit TransnetBW geschlossenen Vertrag gesichert. Zur Verbindung errichtet engrida in räumlicher Nähe der Schaltanlage ein eigenes Umspannwerk sowie unterirdische Kabeltrassen zum Industriepark.
Das Vorhaben wird als Bebauungsplan Sondergebiet "DEC Daten.Energie.City" in einem gemeinsamen Plangebiet entwickelt. Stadt und Vorhabenträger haben sich darauf verständigt, das Verfahren in enger und transparenter Abstimmung mit Landratsamt Karlsruhe und Fachbehörden zu führen.
Bürgermeister Stefan Martus:
"Da stand schon was, und da kommt wieder was hin. Philippsburg ist seit Jahrzehnten Energiestandort für ganz Baden-Württemberg: Kernkraft, jetzt der ULTRANET-Konverter, demnächst einer der größten Batteriespeicher Deutschlands, perspektivisch grüner Wasserstoff - und mit engrida nun auch digitale Infrastruktur in einer Größenordnung, die nationale Bedeutung hat. Wir sind in Philippsburg Großes gewohnt - aber das hier schlägt nochmal alles. Wir gestalten unseren Strukturwandel selbst, statt zu warten, bis ihn andere für uns gestalten. Mit engrida bekommen wir ein Stück weit das zurück, was uns mit der Schließung von Goodyear an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung verloren gegangen ist - qualifiziert, zukunftsfest, mit nachhaltigen Gewerbesteuereinnahmen. Wir nutzen industrielle Flächen, die wir haben, statt neue Grünflächen zu versiegeln. Und etwas liegt mir besonders am Herzen: Die Wärmewende ist in Deutschland eigentlich noch gar nicht richtig gestartet. Hier können wir sie konkret machen. Die Abwärme dieses Campus soll künftig in Philippsburger Wohnzimmern ankommen, und wir möchten behutsam ausloten, in welcher Form auch unsere Nachbargemeinden am nördlichen Oberrhein davon profitieren können. Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kolleginnen und Kollegen in den Nachbarkommunen, liebe Region: Auf geht's. Wir machen das gemeinsam - auf Augenhöhe, mit Tempo, und vor allem: selbstbestimmt."
Markus Wirth, Wirth Gruppe:
"Die Wirth Gruppe ist ein regional verwurzeltes Familienunternehmen mit Sitz in Waghäusel, wenige Kilometer von Philippsburg entfernt. Wir investieren hier nicht von außen, sondern in unsere eigene Heimatregion - und das mit einem Generationenhorizont. engrida ist mehr als ein Rechenzentrumsprojekt: Wir verbinden Energie, Netz und Daten zu einer integrierten Plattform und nutzen dabei eine der wertvollsten Infrastrukturen, die Deutschland besitzt - die bestehende 380-kV-Anbindung am ehemaligen KKP-Standort. Es wäre volkswirtschaftlich kaum zu rechtfertigen, diese Höchstspannungsinfrastruktur nicht für die digitale Souveränität unseres Landes nutzbar zu machen. Wir tun das auf einem Brownfield, mit Abwärmenutzung für die Region und in echter Partnerschaft mit der Stadt Philippsburg und ihren Bürgerinnen und Bürgern. Der Standort gehört uns seit über sieben Jahren, und für uns war immer klar: einen besseren gibt es nicht. Mit Bürgermeister Stefan Martus und dem Philippsburger Gemeinderat haben wir Partner an unserer Seite, wie man sie sich in Deutschland für ein Vorhaben dieser Größenordnung nur wünschen kann. Dafür danken wir ausdrücklich."
Dr. Oliver Strangfeld, Mitglied der Geschäftsführung von TransnetBW:
"Mit dem Anschluss dieses ersten Rechenzentrums an das Höchstspannungsnetz von TransnetBW erreichen wir einen wichtigen Meilenstein: Wir bringen neue digitale Infrastruktur ans Netz und schaffen damit eine zentrale Voraussetzung für Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit in der Region Philippsburg. Zugleich sehen wir, dass die Zahl der Netzanschlussbegehren derzeit stark steigt - insbesondere für Batteriespeicher und Rechenzentren. Das zeigt, wie hoch der Bedarf ist, macht aber auch deutlich: Damit verfügbare Netzkapazitäten fair, transparent und systemdienlich vergeben werden können, braucht es klare Spielregeln. Genau dafür ist das neue Reifegradverfahren der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland ein wichtiger Schritt. Es bewertet Anträge nicht nach dem Windhundprinzip, sondern nach nachvollziehbaren Kriterien und ihrer tatsächlichen Umsetzungsreife."
Wärme für die Region
Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist die Auskopplung der bei der Datacenter-Kühlung anfallenden Niedertemperatur-Abwärme. Das Konzept ist EnEfG-konform ausgelegt; räumlicher Ankerpunkt ist die Stadt Philippsburg. Über die kommunale Ebene hinaus loten Wirth Gruppe und Stadt in einem ersten Schritt aus, in welcher Form auch benachbarte Kommunen am nördlichen Oberrhein perspektivisch eingebunden werden könnten. Konkrete Gespräche mit potenziell interessierten Nachbarkommunen und Stadtwerken folgen im weiteren Verfahren.
Was das für Philippsburg bedeutet
Eine vertraute Adresse, eine neue Aufgabe. Wo Jahrzehnte lang Strom für halb Baden-Württemberg erzeugt wurde, entsteht jetzt ein Ort der digitalen Wertschöpfung - am gleichen Höchstspannungsnetz, an dem schon das Kernkraftwerk hing. Die Reservierung des Netzanschlusses ist mit TransnetBW vertraglich gesichert.
Brachflächen werden Zukunftsflächen. Das ehemalige Goodyear-Areal wurde von der Wirth Gruppe in den vergangenen Jahren revitalisiert; bereits heute sind dort hunderte Arbeitsplätze entstanden. Mit engrida wird nun das volle Potenzial dieses Standorts gehoben. Campus Nord und Campus Süd entstehen Schritt für Schritt - auf Flächen, die bereits Industrie waren. Keine grüne Wiese geht dafür verloren.
Philippsburg rückt näher an die Welt. Gleich fünf große Datenautobahnen führen direkt zum Standort. Damit ist Philippsburg digital so gut angebunden wie nur wenige Orte in Deutschland - vom Industriestandort am Oberrhein zum digitalen Knotenpunkt der Republik.
Über die Wirth Gruppe
Die Wirth Gruppe mit Sitz in Waghäusel (Baden-Württemberg) wurde 1997 gegründet und wird heute in zweiter Generation von Markus und Andreas Wirth geführt. Die Gruppe ist national und international in den Geschäftsfeldern Immobilien, Erneuerbare Energien und strategische Beteiligungen aktiv. Im Energiesektor zählt sie zu den etablierten mittelständischen Plattformen in Deutschland.
Über engrida
engrida ist der Projektname für die integrierte Energie-, Netz- und Datenplattform am Standort Philippsburg. Der Name verbindet die drei Säulen Energy · Grid · Data. www.engrida.com
Über TransnetBW
Als Übertragungsnetzbetreiber sichert die TransnetBW GmbH die Stromversorgung von rund elf Millionen Menschen in Baden-Württemberg und schafft die Infrastruktur der Energiewende, indem sie das Stromnetz instand hält, optimiert und bedarfsgerecht ausbaut. Das Netz von TransnetBW erstreckt sich über eine Fläche von 34.600 Quadratkilometern. Alle Akteure am Strommarkt können dieses Netz diskriminierungsfrei und zu marktgerechten Konditionen nutzen.
Pressekontakte
Wirth Gruppe, Markus Wirth , engrida@wirthgruppe.com
Stadt Philippsburg, Bürgermeister Stefan Martus , stefan.martus@philippsburg.de, Tel: 07256 87100
TransnetBW , Clemens von Walzel, c.vonwalzel@transnetbw.de
Neuss - Veröffentlicht von myconvento.com